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 Der originale Daytec Starrahmen weist four inch over und 40 Grad Lenkkopfwinkel auf. Bei Conis beiden Rahmen jedoch handelt es sich um Exklusivanfertigungen mit fife inch over und 45 Grad Lenkkopfwinkel. In Verbindung mit einer sechs Grad Gabelbrücke errechnet der Customizer einen Radstand von mehr als     2,30 Metern. In der Realität weißt das rolling-chassis exakt 2,33 Meter auf, die eine echt schwedische Optik ergeben. Bei der Gabel greift Coni ebenfalls auf eine Sonderanfertigung zurück. Daraus resultiert ein Nachlauf von sieben Zentimetern, der dem Chopper ein erstaunlich gutmütiges und neutrales Fahrverhalten verleiht. Auch die anfänglichen Bedenken, die heftige Neigung der Gabel könnte die Funktion der Dämpfer negativ beeinflussen - schließlich verbauen Customizer bei solchen Neigungswinkeln meist modifizierte Springergabeln -, erweist sich schnell als grundlos. Doch bis zu diesem Punkt gibt`s noch einiges zu schrauben.             
Vor eines der größten Probleme stellt Coni die Kette. Wo zum Teufel kommt der Platz für die Kette neben einem Pneu der Dimension 215/60-15 her, wenn die Fluchtung stimmen soll?! Im nachhinein scheint es einfach: Coni versetzt das Getriebe um 15 Millimeter nach links. S&S fertigt dafür eine spezielle Kurbelwelle mit verlängertem Kurbelzapfen, damit sich ein optisch ansprechender Dreizoll-Primärbelt montieren lässt. Die Beldabdeckung stellt eine absolute MWH-Exklusivität dar, besteht sie doch aus Certal 70/75. In einem Stück fräsen sie die Metallprofis aus einem 30 Kilogramm schweren Block des Metalls und integrieren gleich noch den Ölfilter. Auch um die Kupplung kümmert sich MWH. Die Schrauber drehen das Zentrum aus und versehen es mit einem Kugellager, um Axialspiel zu verhindern. Anstelle der zehn Schraubenfedern montiert MWH eine Tellerfeder, die die einwandfreie Funktion garantiert. Dass sich durch das Verschieben des Getriebes zwischenzeitlich Auspuffanlage und Kickerarm ins Gehege kommen, macht wiederum umfangreiche Veränderungen nötig.

Der Motor zeigt sich bis auf Feinarbeiten wie rollengelagerte Kipphebel, Hydrostössel und modifizierte Kurbelwelle weitgehend als originaler 1.338er. "Die Big Twins sind für ihre Zuverlässigkeit bekannt, warum soll ich da groß dran rumbasteln?", meint Coni knapp und treffend. Stop: Wenn`s um den Motor geht, dürfen wir natürlich nicht den aus einem Stück gefräste Vergaser von Carl`s Speed Shop vergessen, der jetzt publicityträchtig seinen Platz an den Zylinderköpfen einnimmt.                      Echtes Köpferauchen bereitet der Tank. Bis Coni die Optik zufriedenstellt, vergehen zwei Wochen, in denen er zwei Tanks zerschneidet, wieder zusammenschweisst und schließlich wegwirft. Dann jedoch ist die Idee geboren. Coni beauftragt mit Battistinis in Bournemouth einen Spezialisten mit der materialsparenderen Umsetzung. Die Jungs von der Insel sind auf dem Gebiet wahre Künstler und Rikki weilt als Freund des Hauses MWH ein- bis zweimal jährlich in Hildisrieden. "Für mich ist Battistinis der einzige, der solche Tanks aus Aluminium in der geforderten Qualität und vor allem absolut dicht hinbekommt", begründet Coni seine edle Wahl.

Weshalb aber trägt das Bike den Namen "Viva Italia"? Coni`s Vorfahren stammen aus bella Italia. Auch Al Capone fand einst in Amerika die Idee seines Lebens. "Und dann die Hauptfarbe: Schwarz hatten wir schon, Gelb ist für die Post, Grau der Alltag, Rot und Blau nicht mein Ding, Weiß immer schmutzig - also bleibt nur noch Grün, die dritte Farbe der italienischen Flagge", erklärt Coni.                            Aber irgendwie fällt die geografische Zuordnung doch nicht so leicht, denn Viva Italia! kommt ziemlich international einher: Idee, Realisation, Gabelbrücke, Kupplung und             Primärantrieb - made in Switzerland; Rahmen, Motor, Getriebe und Munitionskiste - made in USA; Style - made in Sweden; Farbe - realy Italian; Kurbelgehäuseentlüftung - made in Finnland (Bierdose der Leningrad Cowboys); Lenker, Tacho und Felgen - made in Germany; Kette - made in Japan (aber, aber!); and last but not least Tank - made in England.                          Die offizielle Strassenzulassung durch die schweizer Behörde setzt dem internationalen Chopper die Krone auf. Beim Free Race in Ligneres beweist Coni dann sogar, dass Viva Italia! sogar auf der improvisierten Rennstrecke spielend mithält - vorausgesetzt, der Pilot versteht was vom Motorradfahren. Coni jedenfalls erreicht in der Mammutklasse im Feld von 15 Teilnehmern den gefeierten sechsten Platz - gegen Konkurrenten wie BMW K 1100, Vmax, 1200er Sportster, Goldwing, Fat Boy und so weiter. 

Ach ja, die Munitionskiste! Das links neben dem Hinterrad montierte Teil beinhaltet normalerweise Munition für M20-Maschinengewehre. Auf die Frage, was er darin mitführt, antwortet Coni mit einem gemütlichen Lächeln: "Werkzeug, metrisches natürlich, um liegengebliebene Japaner zu reparieren - und einige Handgranaten, um hoffnungslose Fälle dieser Gattung vom Straßenrand zu entfernen."                 Er hat gut Lachen, denn in der vergangenen Saison bereitet ihm Viva Italia! absolut keine Probleme, "okay, mal abgesehen von dem auf der Rückfahrt von den Free Weehls verlorenen Kennzeichen". War da nicht noch etwas bei den Free Weehls selbst, Coni? " Naja, da war ich auf meinem Schweden nach einem deftigen Burnout in einem Schaufenster zu bewundern. Durch die Scheiben in den Laden reinzufahren war vielleicht doch etwas übertrieben.


PS: Coni, wo genau waren bei dem Burnout deine Hosen?


Text: Daniel Burkhardt/Christian Kleinert

 
     
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